Category Archives: Kultur und Geschichte

Hanse – historisches Fernhandelsbuendnis


Die Hanse war ein historischer Bund von Fernhandelskaufleuten, der vom zwölften bis zum siebzehnten Jahrhundert bestand.

Die Hansekaufleute hatten sich zusammengeschlossen, um ihre Wirtschaftsinteressen gemeinsam besser vertreten zu können. Weil die Reisewege der Fernhändler damals oft gefährlich waren, sollte mit Hilfe des Zusammenschlusses mehr Sicherheit entstehen. Die Handelswege verliefen oft nicht oder nicht nur über Land. Vielmehr wurden Ostsee und Nordsee mit Handelsschiffen befahren. Die für die Hansezeit typischen Schiffe waren die dickbäuchigen Koggen mit ausgedehntem Laderaum, die auch schwere Lasten sicher transportieren konnten. Mit Hilfe der Koggen wurden beispielsweise die Seehäfen von Visby, Nowgorod oder London angesteuert. Aber da wo wertvolle Güter transportiert werden, lauern auch Gefahren. Die wohlhabenden Hansekoggen waren ein beliebtes Angriffsziel für Piraten. Deshalb fuhren die Schiffe im Konvoi und waren bewaffnet. Sogenannte Friedeschiffe wurden von einzelnen Hansestädten zeitweise eingesetzt, um die Handelskoggen noch besser vor räuberischen Übergriffen zu schützen. Bekannte Piraten der damaligen Zeit waren die Vitalienbrüder, zu denen auch Klaus Störtebeker gehörte. Weil die Bekämpfung der Seeräuber mit Hilfe der Friedeschiffe teuer war, erhoben einige Städte eine Sondersteuer auf die Handelsware in den Seehäfen, das sogenannte Pfundgeld.

Eine wichtige Hansestadt ist die elfhundertdreiundvierzig gegründete norddeutsche Stadt Lübeck. Darüber hinaus gab es noch weit über einhundert Städte, die sich dem Bund der Hanse anschlossen. Auf den Hansetagen, die meistens in Lübeck stattfanden, wurden wichtige Beschlüsse gefasst. Interessensvertreter einzelner Hansestädte trafen sich und beratschlagten über beispielsweise Vorschriften zum Handel, neue Mitgliedschaften oder auch militärische Belange, die den Handel tangierten. Noch heute bezeichnen sich einige Städte als Hansestadt, zum Beispiel Hansestadt Hamburg, Hansestadt Greifswald oder Hansestadt Wismar.

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Wikinger


Um die Wikinger ranken sich viele Mutmaßungen und Erzählungen, die im Laufe der Jahre nicht an Faszination verloren haben. Dabei ist klar, dass es sich bei den Wikingern um talentierte Seefahrer und furchtlose Räuber gehandelt hat.

Seit dem späten achten bis ins elfte Jahrhundert hinein gab es Wikinger, die aber kein eigener Volksstamm waren, sondern aus verschiedenen skandinavischen Regionen kamen. Dabei traten die Wikinger nicht nur als Seeräuber auf, sondern auch als Siedler oder als Kaufleute. Ein wichtiges Zentrum der Wikinger war Haithabu am Haddebyer Noor. Die an der Schlei gelegene Siedlung wurde durch einen hohen Wall geschützt. Sie umfasste zeitweise mehr als eintausend Einwohner und war ein wichtiger Handelsplatz in der Wikingerzeit. Die Häuser der Wikinger waren vermutlich aus Holz gebaut und besaßen Dächer aus Reet. Als Nahrung dienten neben Fisch aus dem Meer auch das Fleisch von Rindern oder Schafen, wenn es sich um etwas wohlhabendere Wikinger handelte. Um das Essen zu würzen, wurde Salz durch das Sieden des Meerwassers gewonnen. Als Gemüse dienten Bohnen, Erbsen oder Zwiebeln. Damit auch im Winter genügend Vorräte vorhanden waren, mussten Lebensmittel eingepökelt oder geräuchert werden, damit sie länger hielten. Aus der Milch der Herdentiere wurde Butter oder Käse hergestellt. Als Getränke dienten, neben Wasser oder Milch, Dünnbier, Met oder Obstwein.

Die Wikinger waren begabte Kunsthandwerker. Sie fertigten Schmuck und Gebrauchsgegenstände, die sie mit filigranen Ornamenten verzierten. Bernstein wurde zur Schmuckherstellung, als Brennmaterial oder als kostbares Tauschobjekt verwendet. Auch die Metallverarbeitung war bei den Wikingern bereits bekannt. Darüber hinaus konnten die Nordmänner wendige und schnelle Boote bauen, mit denen sie – je nach Bootstyp – Lasten transportierten oder auf Beutefahrt gingen. Vermutlich haben sie damit bereits fünfhundert Jahre vor Kolumbus den amerikanischen Kontinent besucht, was sie zu weitgereisten Entdeckern und Pionieren macht.

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Maya – Hochkultur in Mittelamerika


Als Hochkultur im präkolumbischen Mittelamerika sind die Mayas auch heute noch in aller Munde. Nicht zuletzt deshalb, weil sie schon zu damaligen Zeiten ein präzises Kalenderwerk nutzten, finden die Leistungen dieses alten Kulturvolkes auch heute noch Beachtung.

Das Kalendersystem der Mayas bestand aus dem für rituelle Zwecke genutzten Tzolkin-Kalender, der eine Periode von zweihundertsechzig Tagen beschreibt. Der Tzolkin-Kalender hatte zwanzig Monate, die dreizehn Tage lang waren. Außerdem nutzten die Mayas noch den für weltliche Zwecke (zum Beispiel Aussaatzeitpunkt, Ernte, Landwirtschaft) bestimmten Haab-Kalender, der sich an der Sonne orientierte und bei dem der Kalenderzyklus dreihundertfünfundsechzig Tage dauerte. Dabei ähnelt der Haab-Kalender am ehesten unserem Gregorianischen Kalender. Für historische Aufzeichnungen und astronomische Belange nutzten die Mayas einen weiteren Kalender, die Lange Zählung. Auch die Schriftsprache dieses alten Kulturvolkes war weit entwickelt. Während unser Alphabet aus sechsundzwanzig Buchstaben besteht, kannten die Mayas mehr als achthundert Zeichen. Einige Inschriften haben die Jahrhunderte überdauert als Wandmalerei oder in Form von Codices.

Je nach Standort erreichte die Mayakultur ihre Blütezeit zwischen ungefähr dem neunten vorchristlichen und dem zehnten nachchristlichen Jahrhundert. In den bedeutenden Stadtstaaten der Mayas lebten zeitweise mehr als zehntausend Menschen. Noch heute können Urlauber die gigantischen Pyramiden und Tempel bestaunen, die beispielsweise in Copan, Chichen Itza oder Mayapan zu sehen sind. Dabei waren, bedingt durch das heiße Klima, nicht nur die umbaute Fläche, sondern auch die Außenräume mit den Treppen und Ebenen, von Bedeutung. Bisher wurden in Mexico, Belize, Guatemala, El Salvador und Honduras fast einhundertfünfzig historische Orte mit baulichen Überresten der Mayas gefunden, wobei es sicher noch viele unentdeckte Sehenswürdigkeiten gibt, die im Laufe der Jahrhunderte vom Regenwald überwuchert wurden.

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